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Holzhäcksellehm

Ein sehr massives Stampflehmverfahren.

Herstellung(Lehmgemisch):

Das Gemisch lässt sich am besten in Zwangsmischern herstellen.
Holzhäcksel werden zusammen mit Lehm in die Mischmaschine gegeben und erdfeucht angerührt. Das Verhältnis zwischen Holzhäcksel und Lehm beträgt zirka 4:1. Es kommt dabei auf die Grobheit des Häcksels an. Der Lehm soll die Lufträume zwischen den lose liegenden Holzhäckseln ausfüllen.
Über den Feuchtigkeitsgrad gibt es geteilte Meinungen. Von "fast flüssig" bis "fast trocken" ist hier alles anzutreffen. Umso trockner der Lehm ist, um so schwerer geht er beim Stampfen eine Verbindung ein. Um so nasser er ist, um so höher ist die Schrumpfung beim Trocknen. Zusätzlich steigt bei einer sehr feuchten Mischung die Gefahr der Schimmelbildung.

Herstellung(Einbringen in die Wände):

Holzhäcksellehm ist ein Stampfverfahren, dass keinen grossen inneren Zusammenhang hat. Man kann fast von einer Schüttung sprechen. Daher bietet sich eine verlorene Schalung an. Also eine Schalung, die in der Wand bleibt und hinterher überputzt wird. Wieder bieten sich Schilfrohr Matten an einem Lattengerüst an.

Die Schalung bis in ca 30cm Höhe angebracht und das Lehm Gemisch wird eingefüllt. Danach wird das Gemisch mit Stampfhölzern - oder maschinell mit einem Pneumatikstampfer - komprimiert. Wenn man sich bis zur Oberkante der Schalung vorgearbeitet hat, wird die Schalung erhöht, wieder gefüllt und gestampft.

Der Strohlehm muss ca ein bis zwei Wochen(je nach Wandstärke) trocknen, bevor man ihn verputzen kann.

Vor- und Nachteile:

ein sehr preiswertes Verfahren, da die Baustoffe sehr preiswert zu beschaffen sind. Die Verarbeitung geht rasch und angenehm von statten.

Der Isolationswert der Wände verleitet nicht zu Lobgesängen, da kaum Lufteinschlüsse im Material sind. Der K-Wert ist etwas schlechter als bei massivem Holz.
Zusätzliche Kältebrücken entstehen durch die Schrumpfung in der Trocknungsphase und es ist fast unmöglich diese hinter der verschollenen Schalung zu verschliessen.

Verwendungszweck:

Holzhäcksellehm eignet sich besonders für Innenwände und Zwischendecken, da das Gemisch einen sehr guten Wärmespeicher darstellt. Für Aussenwände ist dieses Verfahren nur bedingt einsetzbar, da ein guter K-Wert erst bei enormer Wandstärke erzielt werden kann.

Wird das Verfahren für Zwischendecken benutzt, sollte unbedingt eine Statikberechnung durchgeführt werden, da das Gemisch sehr schwer ist.

 
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