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Traditioneller Lehmbewurf

Diese Verfahren ist bei den meisten alten Fachwerkhäusern anzutreffen.
In jedem Gefache wurde ein Flechtwerk verankert, dass dann von beiden Seiten mit Lehm beworfen oder verschmiert wurde. Die Wandstärke der Gefache entspricht hierbei der Stärke des verwendeten Ständerwerks.

Herstellung:

Diese Verfahren bringt einen enormen Arbeitsaufwand mit sich:

Es werden in die Riegel über und unter dem Gefache Nuten eingestemmt und in diese Nuten werden senkrechte Staken(meist Eiche) eingesetzt. Zwischen diesen Staken werden horizontal Weidenruten eingeflochten, wodurch ein korbähnliches Flechtwerk im Gefache entsteht. Dieses Flechtwerk fungiert als Träger für den Lehm, da dieser die einzelnen Staken und Ruten umschliesst und somit Halt findet. Das Gefache, dass dann mit Lehm beworfen oder verschmiert wurde, wurde danach mit einem Lehm-, oder Kalkputz verputzt und meist mit Karseinfarben gestrichen.

Vor- und Nachteile:

Der Vorteil bei dem Verfahren ist, dass das Gefache kaum in der Austrocknug schrumpft - es bildet sich also keine nennenswerte Fuge an der Oberseite des Gefaches. Der verwendete Lehm darf nicht zu fett sein, da sonst durch seine Schrumpfung ein Äderwerk an kleinen Rissen ensteht.

Der Isolationswert dieses Verfahrens ist ungefähr vergleichbar mit einem Loch in der Wand vor das eine Plane gespannt wird. ;-)

Die Wandstärke ist sehr gering, wodurch kaum eine Isolation zustande kommt. Dadurch, dass die Lehmwand das Holz nicht auf einer Seite umschliesst bilden Sich kleine Fugen an den Rändern der Gefache, die Kältebrücken darstellen und Wind hindurchlassen.

Dennoch hatten diese Gefache auch ausser dem Sinn der Raumbegrenzung Ihre Berechtigung: Bei den alten Fachwerkhäusern wurden Querverstrebungen meist nur in die Giebelwände und in den Dachstuhl eingebaut. Die Wände längs des Hauses hatten also keine statische Sicherung gegen ein seitliches Verschieben. Auch wenn diese Gefache nicht sehr stabil sind, konnte die Vielzahl dieser Gefache ein Längsverschieben verhindern.

Diese Verfahren zeigt eindrucksvoll das konservierende Zusammenspiel von Holz und Lehm. Weidenholz ist alles andere als witterungsfest, aber es hat sich in diesen Gefachen oft über Jahrhunderte unbeschadet gehalten, da es von Lehm umschlossen war.

Verwendungszweck:

Diees Verfahren wurde hauptsächlich zum Füllen der Gefache verwendet. In seltenen und abgewandelten Fällen wurde es auch zum Erstellen von Zwischendecken(z.B. Hielen) verwendet.

 
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